Trompete

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Traugott Bruskowski mit stehenden Ovationen verabschiedet

Ganz überraschend hatte im Verlauf der Winterfeier 2012 Bruskowskis Tochter Lara die Moderation an sich gerissen und richtete die Worte an ihren Vater, der mit seiner Frau auf einen Logenplatz inmitten der Gäste geleitet worden war: „Ich weiß, diesen Moment hast du gefürchtet. Doch jetzt ist er da. Nach all den Ehrungen, nicht nur der heute, sondern der der letzten 20 Jahre, bist heute auch mal du an der Reihe. Kritik kannst du ertragen, jetzt musst du noch lernen, auch mit Lob umzugehen.“ Lara Bruskowski schilderte kurz und prägnant aus Tochtersicht, wie untrennbar der Musikverein mit ihrem Vater verknüpft ist und was es heißt „Vorstandstochter“ zu sein. Doch heute stehe sie in erster Linie nicht als Tochter, sondern im Namen aller Vereinsmitglieder am Rednerpult, um deren Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. „Wir hatten das größte Glück, dich als Vorstand zu haben und was du alles getan hast, ist nicht selbstverständlich. Als Zeichen unserer Dankbarkeit haben wir heimlich ein Stück für dich einstudiert, in dem wir Teile deines Lebens und deiner Persönlichkeit wiederentdeckt haben. Wir widmen unserem Vorstand Traugott Bruskowski das Stück „My Way“.

Traugott Bruskowski

Ganz verhalten ließ das Orchester die Melodie von Frank Sinatras Paradestück erklingen und Lara sprach im Lyrics-Stil den deutschen Text dazu, der nur an wenigen Stellen geändert worden war, um Bezug auf das Amt des ersten Vorstandes zu nehmen. Nachdem der Textvortrag zu Ende war, gaben die Musiker ihr verhaltenes Spiel auf und ließen die „My Way“- Melodie nun kraftvoll und mitreißend erklingen, um sie nach einem furiosen Finale im feinsten Pianissimo verhallen zu lassen. Die Emotionen waren damit auf die Spitze getrieben und entluden sich sowohl beim Publikum, als auch bei den Musikern in minutenlangen, stehenden Ovationen für Traugott Bruskowski. Dieser betrat sichtlich bewegt nochmals die Bühne und bedankte sich für diese außerordentliche Ehrung. Was bisher nur die Verwaltungsmitglieder des Musikvereins wussten, war nun allen Anwesenden klar: Traugott Bruskowski würde nicht mehr als erster Vorsitzender kandidieren. „Ich mag keinen Personenkult und wollte mich eigentlich ganz leise bei der nächsten Jahreshauptversammlung aus dem Amt zurückziehen“, erläuterte er, ließ aber keinen Zweifel darüber aufkommen, dass er dem Verein weiterhin die Treue halten werde. Bürgermeister Schaaf, von dieser „Enthüllung“ ebenso überrascht, fand in seiner improvisierten, kurzen Ansprache die passenden Worte: Traugott Bruskowskis Einsatz für den Verein sei „hervorragend“ und er habe fast schon „Unheimliches geleistet“, besonders im Bereich der Jugendausbildung.

Doch damit wurde der Vorstand noch lange nicht aus dem Rampenlicht entlassen. Britta Wild, ebenfalls „Vorstandstochter“, ergriff nun das Wort: „Völlig unwissend und unbeschwert und ohne jegliches musikalisches Wissen, hast du die Vorstandschaft vor 20 Jahren angenommen“ und Sie verglich den Vorstandsposten mit der Rolle eines Vaters. Letzten Endes sei der Musikverein seine zweite Familie geworden. Es habe unzählige schöne Momente gegeben, aber auch kritische, in denen schwierige Entscheidungen zu fällen waren. Seine Kreativität habe er in unzähligen Ansprachen, Ehrungen und Themensuchen für Feste unter Beweis gestellt. „Für deinen ausdauernden und unermüdlichen Einsatz bei allen Festen und Veranstaltungen des Musikvereins, aber auch für die unvorstellbar viele unsichtbare Arbeit, möchten wir uns heute bei dir auf besondere Weise bedanken“. Bruskowski wurde eingeladen, mittels einer von Patrick Wild zusammengestellten Bildershow, seine 20-jährige Amtszeit Revue passieren zu lassen. Zuvor überreichte Musikervorstand Jürgen Potsch ein großformatiges Bild der Kapelle und einen Gutschein für das Ehepaar Bruskowski für ein Wochenende in Hamburg inklusive dem Besuch des Musicals „Der König der Löwen“! Musiker, Verwaltung und Theatergruppe hatten zusammengelegt, um ihrem Vorstand dieses Geschenk machen zu können. Und als Vorgeschmack darauf spielte das Orchester, perfekt abgestimmt mit der Bildershow, die bekanntesten Melodien von „The Lion King“, was zugleich der krönende Abschluss der Ehrung und Verabschiedung von Traugott Bruskowski war.

Übrigens: hier kann man sich die Bilder anschauen >>, die Melodien von „The Lion King“ unterlegt waren. Dazu einfach das Album "Historische Bilder"

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