Trompete

Aktuell / Probenwochenende Dezember 2011

Probenwochenende im Else-Stolz-Heim am Plättig

Freitag, 2.12.2011 16:30, mit wenig Küchen-Utensilien im Gepäck, denn das Else-Stolz-Heim ist bekanntermaßen küchentechnisch bestens ausgestattet, dafür mit einer Wagenladung Lebensmitteln geht es auf die kurze, neblige Anfahrt „auf den Plättig“. Nochmal kurz durch den Kopf gehen lassen, welcher Handgriffe es heute Abend bedarf, um die 25 hungrigen Mäuler satt zu bekommen. Kein Problem, denn das 3-köpfige Küchenteam ist schon von früheren Probenwochenenden eingespielt und jeder von ihnen weiß, dass er sich auf den anderen verlassen kann. Ob die „Würstchen im Schlafrock“ mit Feldsalat zum Abendessen nach der ersten Probe wohl ankommen werden? Apropos „ankommen“: kaum an der Unterkunft angekommen, heißt es einräumen, Backofen anwerfen, Salat putzen, …

Die Kapelle hat diesmal den Probenraum direkt neben der Küche. Welch eine Lautstärke, als die ersten Takte der Probe in dem abgelegenen Schwarzwaldhaus erklingen! Aber das ist natürlich alles andere als Lärm, denn die Stücke, die es für die Winterfeier vorzubereiten gilt, haben die Musiker schon „ganz gut drauf“. Heute, morgen und am Sonntagvormittag ist also der richtige Zeitpunkt, sich noch besser aufeinander einzuschwingen, den letzten Schliff drauf zu bekommen, Feinheiten heraus zu arbeiten. Keine leichte Aufgabe, denn der Probenraum ist relativ klein – da schaukelt sich die Dynamik ganz schnell hoch. Also nicht gerade förderlich für eine Differenzierung von leisen Passagen gegenüber „gepflegtem Forte“. Zwar ist der Dirigent Jürgen Bäuerle alles andere als ein „alter Haudegen“, aber trotzdem hat er es drauf, seine hoch motivierten Musiker zu effektiver Probenarbeit anzuleiten. Das hört man sogar in der benachbarten Küche noch deutlich heraus.

Um 21:00 Uhr ist es für die Kapelle geschafft. Für den einen oder anderen wird es jetzt auch höchste Zeit, sonst hätte ihr Magenknurren die Blasmusik übertönt. Also Tuba, Posaunen, Trompeten, Flöten und Klarinetten zur Seite stellen und dann geht es an die Essenausgabe. Nun wird es erst mal etwas leiser, um nicht zu sagen: „gefräßige Stille tritt ein“. Die hält natürlich nur ein paar Minuten an, denn bei ausgelassener Stimmung beginnt ein laaaanger Abend und eine kurze anschließende Nacht, die für das Küchenteam schon eine Dreiviertelstunde früher endet als für die Musiker, denn sie bereiten das Frühstück vor. Kaffe kochen, Kaba warm machen, Käse- und Wurstplatten richten …

Fast pünktlich gemäß minutiös aufgestelltem Probenplan beginnen die ersten Satzproben. Die Holzbläser haben „das Große Los gezogen“ heute, am frühen Samstagmorgen, den Anfang machen zu müssen. Da klingt der eine oder andere Ton schon etwas weniger brillant als noch an Vorabend – zumindest scheint es in der Küche so, wo bereits die Vorbereitungen für das Mittagessen angelaufen sind. Mit Fleischkäse und Kartoffelbrei (natürlich nicht aus der Pappschachtel!) hat sich die Küche eine überschaubare Aufgabe gestellt. Da bleibt zumindest für einen von ihnen die Zeit, kurz ins Tal zu fahren, um noch die letzten Einkäufe zu tätigen. Die Proben sind nun in vollem Gange. Mittlerweile haben auch die Blechbläser und das Schlagzeug wieder den Dienst aufgenommen. Zwischendurch hat Jürgen das Küchenteam kurzzeitig verlassen, um die Kapelle zu verstärken. Auf welchem sehr ungewöhnlichen Instrument er spielt, das wird an dieser Stelle nicht verraten – das bleibt bis zur Winterfeier am 7.1.2012 noch ein Geheimnis.

Nach dem Mittagessen ist vor dem Abendessen. Aber bevor dies zubereitet wird, noch schnell ein paar Kannen Kaffe kochen, denn die zahlreichen mitgebrachten Kuchen schmecken zu einer guten Tasse Kaffe natürlich noch viel besser.

Küchenteam

Der Speisezettel sieht für den Abend panierte Schweine- und Putenschnitzel vor. Dazu gibt es Nudelsalat, Kartoffelsalat und Grünen Salat. Also „Panierstraße“ einrichten, Nudeln und Kartoffeln kochen, … Auch dieses Gericht ist gut zu schaffen. Da bleibt wenigstens Zeit, ab und zu einmal durch den Türspalt zu äugen, um die Kapelle in Aktion zu sehen und nicht immer nur durch die Wand zu hören. Das klingt doch richtig gut, was man hier zu Gehör bekommt! Aber die Zurufe in der Küche (wir sprechen natürlich nicht von Küchenkommandos, weil hier keiner kommandiert) sind manchmal kaum zu verstehen bei all der Musik. Das tut dem Wohlgeschmack des Abendessens offensichtlich keinen Abbruch, denn die Platten werden geputzt und die Schüsseln und Töpfe geleert. Das ist doch das größte Lob für die Küche, wenn trotz üppig bemessener Portionen fast alles aufgegessen wird.

Probenwochenenden mit dem MV Steinmauern haben es eben einmal so an sich, dass die Nächte kurz sind. Denn der Teamgeist ist groß und so gibt es viele Möglichkeiten, den Abend miteinander zu verbringen. Sei es, dass man nur zusammen sitzt und erzählt und ein, zwei, oder auch drei Gläschen miteinander trinkt oder dass man Dreierles spielt, Tischtennis, Tischfußball oder was sonst gerade „im Angebot ist“. Ganz sicher, dass sich heute, wie auch schon gestern Abend, garantiert niemand langweilt. Der einzige Nachteil an einem derart geselligen Abend ist ein etwas matterer Bläserklang am darauf folgenden Morgen. Oder sind es nur die Ohren der Küchencrew, die Sonntagmorgens etwas schlechter hören? Spaß beiseite: Nach dem Frühstück, das relativ pünktlich stattfand, kann der Dirigent auch die abschließende Probe am Sonntagmorgen wie geplant starten. Jetzt steht eine Anspielprobe für die ersten Stücke für das Konzert im April auf dem Probenplan. Eine willkommene Abwechslung auch für die „Drei von der Küche“, die währenddessen „klar Schiff“ machen und ihre Wirkungsstätte der vergangenen anderthalb Tage wieder in den Zustand bringen, in dem sie sie am Freitag angetroffen hatten.

Ganz schön anstrengend, besonders wenn man es nicht gewohnt ist stundenlang am Herd zu stehen. Aber wie schon in den Jahren zuvor, macht es den Dreien unheimlich viel Spaß für die Kapelle zu kochen. Wenn sie sehen, dass es wieder mal geschmeckt hat – das ist für sie das Größte! Nein natürlich ist es anders: das Größte ist die Musik, die hier am Freitag, Samstag und Sonntag gemeinsam gespielt wurde.

Freut euch heute schon, liebe Steinmauerner, auf die kommende Winterfeier. Neben dem sicher wieder tollen Theaterstück, wird eine gut vorbereitete Kapelle den ersten Event im Jahreskreis der Gemeinde Steinmauern musikalisch gestalten.

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