Trompete

Aktuell / Frühjahrskonzert 2009

Kapelle beim Frührjahrskonzert 2009

Die Festhalle war von der Jugend des Musikvereins mit Gegenständen und Bildern dekoriert worden, die schon vor Konzertbeginn im Publikum ein gewisses Fernweh aufkommen ließen. Als „Reiseleiter“ führte Traugott Bruskowski wie gewohnt informativ, aber dennoch kurzweilig durch das Programm. Unterstützt wurde er dabei von 11 Jungmusikern, denen Bruskowski in lockerem Plauderton die wichtigsten Informationen über das jeweilige Reiseziel entlockte. Zudem beflügelte eine auf jedes Musikstück abgestimmte Bildpräsentation die Phantasie der Weltreisenden. Gleich zu Beginn des Konzertes wurden die Zuhörer „Auf einen Persischen Markt“ entführt und fanden sich getragen von einem Teppich orientalischer Klänge zwischen Kamelen, Schlangenbeschwörern und verschleierten Tänzerinnen wieder. Solcherlei Eindrücke hatten Albert. W. Ketelbey zu dieser Komposition inspiriert. Weiter führte die Reise nach Argentinien. Musikalisch bekannt wurde dieses Land vor allem durch Andrew Lloyd Webbers Musical „Evita“, das die Musiker nach dem Arrangement von John Moss in all seinen dynamischen Facetten zu Gehör brachten. Anlässlich des Stapellaufes des österreichischen Kriegsschiffes „Viribus Unitis“ komponierte Josef Bach einen gleichnamigen Marsch und die Zuhörer befanden sich unvermittelt wieder in Europa. Den Schwung aus diesem Musikstück nahmen die drei Tenorhornsolisten Jürgen Potsch, Armin Schleser und Dirigent Bernd Stiegeler für die Bewältigung der nun folgenden „Bergsteiger-Polka“ mit und meisterten auf diese Weise bravourös alle kompositorischen Gipfel und Gletscherspalten. Als nächstes Ziel auf der Reiseroute stand Russland. Präsentiert wurde es durch Aram Khatchaturians weltberühmte Komposition „Der Säbeltanz“, bei dessen enormen Tempoläufen jedes einzelne Register des Orchesters glänzen konnte. Zu den Höhepunkten des Abends zählte sicherlich „The Camelot Chronicles“ von Philip Sparke. Die Zuhörer wurden auf eine Zeitreise in das Britannien des 6. Jahrhunderts mitgenommen an den Hof des legendären König Arthur. Die wunderbare Komposition mit ihrem dynamischen Spektrum von düster-mystisch bis hin zu pompösen Fanfarenklängen ließ Merlin das Publikum verzaubern und König Arthur mit seinen Rittern der Tafelrunde durch die Konzerthalle reiten.

Erste Station nach der Pause war Deutschland: Franz Schuberts Lied „Am Brunnen vor dem Tore“, vorgetragen von dem Posaunenquartett Martin Fettig, Bianka Eing, Andrea Götz und Dieter Wild, hatte Roland Kreid zu seinem Werk „Der Lindenbaum“ inspiriert. In dieser Sammlung von Variationen zu besagtem Volklied streifte das gesamt Blasorchester verschiedenste musikalische Stilrichtungen, wobei Sybille Wirt mit ihrem Klarinettensolo im Glen Miller-Sound brillieren konnte. Alsdann lockte die Ferne wieder: durch die Kompositionen „Brazil“ von Ary Barosso und „Copacabana“ von Barry Manilow fanden sich die Zuhörer unvermittelt im brasilianischen Karneval zwischen temperamentvollen Sambatänzerinnen wieder, sonnten sich am traumhaften Strand der Copacabana und genossen vom Corcovado aus die sagenhafte Aussicht über Rio de Janeiro. Dabei verstand es Nachwuchsschlagzeuger Nico Boos mit seinem Solo dem vollbesetzten Saal richtig einzuheizen. Nicht weniger schwungvoll, wenngleich in anderem Rhythmus, führte die Reise mit dem „Böhmischen Traum“ wieder nach Europa, bevor sie sich einem weiteren Höhepunkt und damit ihrem Ziel näherte: mit „Tokyo Adventures“ von Luigi di Ghisallo wurde nochmals ein riesiger Sprung in eine uns so fremde, fernöstliche Kultur gewagt. Dabei verstand es der Komponist vortrefflich, das Tokyo der Neuzeit mit seiner tausendjährigen Tradition musikalisch zu verknüpfen und gab den Orchestermitgliedern nochmals die Gelegenheit, ihr in vielen Proben erarbeitetes Können unter Beweis zu stellen. Sie schufen eine klangliche Atmosphäre, die die Zuhörer in das hektische Leben einer Millionenstadt katapultierte, ließen sie bei zarten Klängen asiatischer Saiteninstrumente in einem Japanischen Garten und Tempel zur Ruhe kommen, um in einem fulminanten Finale vor dem Buddha von Kamakura die Weltreise zu beenden. Musik kann Brücken bauen zwischen allen Ländern, Völkern und Religionen. Daher wählte Dirigent Bernd Stiegeler als Konzertfinale die mitreißende Komposition „Music“ von John Miles aus, deren Schlussakkord in stehenden Ovationen der begeisterten Zuhörer unterging. Natürlich hatte man eine passende Zugabe vorbereitet und lud mit dem US-amerikanischen Marsch „Stars And Stripes Forever“ die Konzertbesucher zum Mitklatschen ein. Das war aber dem unermüdlich klatschenden Publikum noch nicht genug und somit beschwor die Kapelle nochmals mit orientalischen Klängen Bilder eines persischen Marktes herauf und beendete damit ein gelungenes Konzerterlebnis.

Konzertnachlese 2009

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