
Aktuell / Winterfeier 2012
Winterfeier mit Verabschiedung von Traugott Bruskowski
Zu Beginn des Programms stellte das Jugendensemble Highlights aus seinem Repertoire vor, unter anderem eine Beatles-Bearbeitung. Dabei führten zwei Jungmusiker mit kurzen Erläuterungen souverän durch das Programm. Dass eine gute Jugendarbeit keine einfache Sache ist, und zudem viel Zeit und Geld koste, merkte der erste Vorsitzende Traugott Bruskowski im Anschluss an und nutzte zugleich die Gelegenheit, sich namentlich bei den Sponsoren zu bedanken, die seit dem vergangenen Jahr den Verein hierbei unterstützten. Da der Verein finanziell aber vor allem auf den guten Besuch seiner Feste und der damit demonstrierten Solidarität angewiesen sei, freute sich Bruskowski besonders über „das volle Haus“. Als Auftakt zu seinem Heimdebut als neuer Dirigent ließ Jürgen Bäuerle sein Orchester die pathetisch-rockige „Fanfare for the Common Man“ spielen und setzte sogleich mit der mährischen „Svatoborská Polka“ einen spritzig-frechen Kontrapunkt. Schwungvoll ging es weiter mit „I‘ll be there for You“, Titelmelodie der TV-Serie „Friends“ und einem Medley der bekanntesten Melodien Eric Claptons.
Moderator Bruskowski nutzte die kleinen Pausen zwischen den Stücken, um diverse Ehrungen vorzunehmen. 2011 hatten acht Jugendliche das Jungmusikerleistungsabzeichen erhalten, Celina Boos, Ina Denzel, Lena Fettig, Sophie Fettig, Jennifer Fritz, Andjela Plavotic, Annika Siemokat (Bronze) und Nicolai Joram (Silber). Bürgermeister Siegfried Schaaf überreichte den Jungmusikern im Namen der Gemeinde eine kleine Aufmerksamkeit und lobte die offenkundig sehr gute Jugendausbildung. Bruskowski hob im Folgenden eine weitere tragende Säule der Vereinsarbeit hervor, nämlich die „Langfristigkeit“ und zeichnete Maik Grünbacher (10 Jahre), Britta Wild (15 Jahre), Heike Boos und Jürgen Potsch (20 Jahre) und Karlheinz Boos als dienstältesten Musiker für 45 Jahre aktive Mitgliedschaft aus.

Im Folgenden stellte die Kapelle ihre Virtuosität bei dem Marsch „Theme fom JAG“, Titelmelodie der amerikanischen Fernsehserie „JAG“, unter Beweis. „Die Lustigen Dorfschmiede“ hingegen gaben Vereinsvize Jürgen Westermann Gelegenheit, auf einem recht ungewöhnlichen Instrument zu spielen: mit allerlei Schmiedezubehör ausstaffiert richtete er sich seinen Arbeitsplatz vor dem Orchester auf der Bühne ein und ließ zwei Hämmer im Takt der pfiffigen Marschmusik auf einen Amboss niedersausen. Die Zuschauer gingen klatschend und pfeifend begeistert mit, was nach einer Wiederholung des Stückes verlangte. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, wurde die Rolle des Schmiedes neu besetzt. Bruskowski befand, dass Bürgermeister Schaaf als neuer Vorsitzender der Bezirksgruppe Hardt beweisen müsse, dass er auch „heiße Eisen“ anfassen könne. Das prominente Opfer ließ sich nicht lange bitten und stellte auch am Amboss sein beachtliches Taktgefühl unter Beweis, was vom Publikum erneut mit tosendem Applaus honoriert wurde.

Dann nahm das Programm einen überraschenden Verlauf: Traugott Bruskowski musste die Moderation an seine Töchter Lara und Britta abgeben und wurde in Begleitung seiner Ehefrau zu einem Logenplatz inmitten des ebenfalls verblüfften Publikums geleitet. 20 Jahre Vereinsvorsitz und der Rückzug vom Amt! Das war für Musiker, Verwaltung und Theatergruppe Anlass genug, eine Programmänderung vorzunehmen, in deren Verlauf Traugott Bruskowski ein heimlich einstudiertes Musikstück gewidmet und ein spektakuläres Geschenk als Dankeschön überreicht wurde (Siehe gesonderter Bericht). Der Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre und die wohl gewählten Dankesworte führten bei vielen Anwesenden zu einem dicken Klos im Hals bis hin zu heimlich verdrückten Tränen, sodass die Zugabe „Hoch Badnerland“ allen eine willkommene Gelegenheit gab, durch lautstarkes Mitsingen der emotionalen Sackgasse zu entkommen. Den Bericht lesen >>
Für den amüsanten Abschluss des Abends sorgte wie immer die vereinseigene Theatergruppe unter der Leitung von Gebhardt Fettig mit dem Stück „Hubertus und die Mafia“: Hubertus Hämmerle (Wolfgang Reiß) vermutet hinter dem dubiosen Verschwinden seiner Salatsetzlinge das organisierte Verbrechen und gründet eine Bürgerwehr, in die er sowohl das Nachbarehepaar Maria und Friedolin Mausloch (Christiane Bitterwolf, Jürgen Potsch), als auch seine erwachsene Tochter Anita (Rebecca Bruskowski) und Ehefrau Roswitha (Regina Fettig) einzieht. Letztere plagen derweil ganz andere Sorgen, denn ihre Tochter hat sich heimlich mit einem „Ossi“ Paul Thomsen (Patrick Wild) verlobt und sucht nun verzweifelt nach einer Möglichkeit, dies ihrem Hubertus schonend beizubringen, für den nur ein Badener/Steinmaurer als Schwiegersohn in Frage kommt. Im weiteren Verlauf der turbulenten Komödie liefern sich Vater und schlagfertige Tochter köstliche Rededuelle, sabotiert Friedolin unfreiwillig ob seiner Schussligkeit die Exerzierübungen im Wohnzimmer der Familie Hämmerle und das Salatbeet wird zum nächtlichen Manövergelände. Regisseur Fettig verstand es dabei meisterhaft, den ein oder anderen ortsbekannten Steinmaurer namentlich in die Dialoge einfließen zu lassen und ließ Hubertus die Behauptung aufstellen, dass viele Musiker nur in der Kapelle spielen, weil es im Anschluss an die Probe immer ins Wirtshaus geht. Dabei blieb beim Publikum vor Lachen kein Auge trocken. Zu guter Letzt lösen sich alle Probleme quasi von selbst, nachdem Paul fälschlicherweise als vermeintlicher Salatdieb inhaftiert wurde. Weil er auf eine Anzeige verzichtet, darf er Anita heiraten und ein Hase wird der Tat überführt.

Nach dem tosenden Applaus des Publikums bedankte sich Traugott Bruskowski bei allen Akteuren, Regisseur und den Requisiteurinnen Susi und Karolin Öser für die gelungene Vorstellung und stellte fest, dass alle Gäste jetzt schon darauf brennen, die „tolle Truppe“ 2013 wieder auf der Bühne zu sehen. Bis weit nach Mitternacht sorgten die Musiker nochmals für die musikalische Unterhaltung seiner ausdauernden Gäste. Die Verwaltung des MV Steinmauern möchte sich bei allen Akteuren, den Helfern in der Küche und hinter der Theke, dem Ehepaar Melchert für Tombola und Bühnendekoration und Brigitte Fettig für die Tischdekoration bedanken. Ganz besonderer Dank gilt natürlich unseren Gästen, die mit ihrem Kommen unsere Vereinsarbeit enorm unterstützt haben.
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